Veröffentlichung im Eulenfisch 1/2009
Thomas Menges, Limburg


Textauszug

[...] Das schwarze Quadrat, das Jesus umschließt, steht für den Tod, der ihn gefangen hält. Im Kontrast dazu steht die aufrechte Haltung des sich von der schwarzen Umgebung abhebenden Christus.

In diesem Bild kommen zwei sehr verschiedene kunstgeschichtliche Bezüge ins Spiel: Fra Angelicos „Grablegung Christi“ (1438-1443) und Kasimir Malewitschs „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“ (1915). Geht es dem Maler der Frührenaissance nicht zuletzt um die realistisch gemalte Menschengestalt (vgl. Abb. 6), so stellt Malewitschs „Ikone der Moderne“ gerade den Gegenstandsbezug von Malerei in Frage. Beiden „Vorbildern“ hat Länger durch Kombination neue Bedeutung verliehen.Denn ist es wirklich ein Leichnam, der in einem quadratischen Grab begraben liegt? Ein lichter Umriss bzw. eine helle Aura umgibt den Leib. Der schwarze Kubus ist nicht undurchdringlich schwarz; seine unscharfen Ränder scheinen zu vibrieren. Sind die ausgestreckten Arme wirklich die eines Toten oder beginnen sie sich schon zu bewegen und die Totengruft zu sprengen? [...]

 

© Thomas Menges, 2009

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